Donnerstag, 18.09.2025

14:45 - 16:15

05.03.201
(Raum 3)

W23

Gesundheitsförderliche Lebenswelten für Frauen 80+ schaffen. Ergebnisse des Forschungsprojekts “Gesundheitsverhalten, Gesundheitsförderung und Prävention in den Lebenswelten älterer Frauen (80+): Eine biografische Untersuchung (GesuWelt)”

Moderation: L. Zintl, Fulda

Frauen 80+, ihre Lebensrealität und Bedürfnisse werden in der Forschung oft vernachlässigt. Studien belegen, dass das soziale Gefälle, schwindende soziale Netzwerke und Altersarmut ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Alters- und Geschlechterstereotype führen zudem zu Defiziten in Behandlung und Prävention. Besonders die stetig wachsende Gruppe der Frauen 80+, deren Leben durch historische Umbrüche geprägt ist, benötigt adäquate Angebote in Gesundheitsförderung und Prävention. Ziel des Projektes GesuWelt war es, geschlechterspezifische Gesundheitslagen und Gesundheitsverhalten von Frauen 80+ im Kontext ihrer Lebenswelten und Biografien zu untersuchen sowie die Verzögerung von Pflegebedürftigkeit und Krankheit durch Entwicklung und Aufbau wohnortnaher gesundheitsfördernder Strukturen zu fokussieren. Des Weiteren zielte das Projekt auf die Verbesserung der gesundheitlichen Chancen und die Minderung gesundheitlicher Risiken von Frauen 80+ durch lebensweltbezogene Maßnahmen und die Förderung eines selbstbestimmten Lebensstils ab.

Es wurden 43 semistrukturierte biographische, narrative Interviews durchgeführt und thematisch analysiert. Konkrete Ansätze der Prävention und Gesundheitsförderung wurden gemeinsam mit den Frauen und verantwortlichen Akteur_innen in 6 Zukunftswerkstätten entwickelt, mithilfe einer Concept-Map dargestellt und ausgewertet. Die Ergebnisse des vom GKV-Bündnis für Gesundheit in der Laufzeit 2021-2023 finanzierten Forschungsprojekts geben tiefe Einblicke in die Lebenswelten der Frauen, ihre Stellung in der Gesellschaft und ihre aktuellen Lebenssituationen. Die Studie hebt die Notwendigkeit hervor, Ansätze der Gesundheitsförderung und Prävention stärker an den Bedürfnissen der Frauen auszurichten. Dabei wurde ersichtlich, dass Informationsmängel und fehlende Unterstützung wesentliche Barrieren im Zugang zu sozialen Räumen und Gesundheitsdiensten darstellen. Insbesondere der Wunsch nach besserer Informationsbereitstellung über gesundheitsfördernde Angebote, einem verbesserten Zugang zu notwendigen Hilfsmitteln ohne bürokratische Hürden und die Schaffung von Teilhabemöglichkeiten wurden identifiziert. Ein wesentliches Problem besteht in direkten und indirekten Diskriminierungsformen, mit denen ältere Frauen konfrontiert sind.

Anschließend an zwei Kurzvorträgen zu den Projektergebnissen sollen in Kleingruppen und im Plenum gemeinsam mit den Beteiligten praxisnahe Ansätze für eine zielgruppenorientierte Umsetzung diskutiert und entwickelt werden.

14:45
GesuWelt - Gesundheitsverhalten, Gesundheitsförderung und Prävention in den Lebenswelten älterer Frauen (80+) - Ergebnisse der Zukunftswerkstätten zum Ausbau von Gesundheitsförderung und Prävention der Zielgruppe im urbanen Raum
W23-1 

L. Zintl; Fulda

Hintergrund: Hochaltrige Frauen, ihre Lebensrealität und Bedürfnisse werden in der Forschung oft vernachlässigt, obwohl das Verständnis für effektive Gesundheitsförderung und Prävention essenziell ist. Studien belegen, dass soziale Gefälle, schwindende Netzwerke und erhöhte Altersarmut ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Alters- und Geschlechterstereotypen führen zudem zu Defiziten in Behandlung und Prävention. Besonders die stetig wachsende Gruppe der Frauen 80+, welche geprägt von historischen Umbrüchen ist, benötigen Aufmerksamkeit für angepasste Angebote in Gesundheitsförderung und Prävention im urbanen Raum. Nur durch Kenntnisse der Lebensrealitäten von Frauen im höheren Lebensalter lassen sich passende Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention für diese Gruppe entwickeln

Projektbeschreibung: Das Projekt GesuWelt wurde vom GKV-Bündnis für Gesundheit in der Laufzeit 2021-2023 finanziert. Anschließend an die biographisch-narrative Interviews mit Frauen 80+wurden konkrete Ansätze für die Prävention und Gesundheitsförderung mit 56 Personen aus der Zielgruppe und relevanten Akteur_innen in Zukunftswerkstätten entwickelt und anhand einer Concept-Map ausgewertet. Dabei konnten mit 56 Personen konkrete Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention im urbanen Raum erarbeitetet und mit einer Concept Map ausgewertet werden.

Ergebnisse/Schlussfolgerungen: Die Beteiligten berichteten übergreifend von ähnlichen Problemen der Zielgruppe: von Diskriminierung, Digitalisierung, unzureichender Gesundheitsversorgung sowie Zugang zu bzw. Vermittlung von Informationen. Der Ausbau analoger, niedrigschwelliger und bedürfnisorientierten Versorgungsstrukturen in der Kommune ist notwendig zur Stärkung des Autonomieerfahrens, der Teilhabe und Selbstständigkeit von Frauen 80+.

Diskussionsbeitrag: Die Studie betont die Notwendigkeit von zielgruppenspezifischer Prävention und Gesundheitsförderung und zeigt die Lebensrealität von Frauen 80+ im urbanen Raum auf. Diskussionen zur Förderung der Teilhabe, Gesundheit, Lebensqualität und Selbstbestimmung der Frauen 80+ sowie die praktische Implementierung der Bedarfe müssen dahingehend langfristig fokussiert werden.

15:15
Gesundheit und Gesundheitschancen von Frauen 80+ in urbanen Lebenswelten. Ergebnisse biografischer Interviews aus dem Projekt GesuWelt
W23-2 

D. Hahn, R. Buschmann, L. Zintl; Fulda

Frauen 80+ stellen eine in der Forschung und Prävention vernachlässigte Bevölkerungsgruppe dar. Ihre Lebenssituation ist durch schrumpfende soziale Netzwerke und geringe Teilhabemöglichkeiten charakterisiert. Ein besseres Verständnis ihrer Lebensumstände und Bedürfnisse ist wichtig für die Entwicklung passender Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention. Ziel des Projektes war es, geschlechterspezifische Gesundheitslagen und das Gesundheitsverhalten von Frauen über 80 im Kontext ihrer Lebenswelten und Biografien zu untersuchen und gesundheitliche Chancen durch lebensweltbezogene Angebote zu verbessern.

Das Projekt GesuWelt wurde vom GKV-Bündnis für Gesundheit in der Laufzeit 2021-2023 finanziert. Im Projekt wurden 43 biografisch narrative Interviews mit Frauen 80+ mit dem Fokus auf Gesundheit, Gesundheitsverhalten, Lebenslangen und Gesundheitschancen durchgeführt. Die Interviews wurden mittels der Thematischen Analyse ausgewertet.

Die thematische Analyse ergab drei übergeordnete Themen, die zentrale Aspekte der Lebenserfahrungen und Perspektiven der Frauen 80+ repräsentieren und deckte eine Vielzahl von Faktoren auf, einschließlich Ereignisse der Vergangenheit, frühere Lebensentscheidungen und gegenwärtige Lebensumstände, die die Gesundheit, Gesundheitschance und Bedürfnisse der Frauen in ihren Lebenswelten beeinflussen. Die Interviews zeigen, dass bestehende Strukturen und Prozesse im Gesundheitssystem oft hinderlich für die Gesundheitserhaltung sind. Ein wesentliches Problem ist die Diskriminierung, der ältere Frauen begegnen. Direkte Diskriminierungen umfassen offensichtliche Benachteiligungen und stereotype Zuschreibungen, die ältere Frauen aufgrund von Alter und Geschlecht erfahrend. Indirekte Diskriminierungen sind subtiler und in strukturelle Gegebenheiten eingebettet. Diese Diskriminierungsformen begrenzen ihren Zugang zu Ressourcen für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben. Die Effekte der Diskriminierung wirken sich nicht nur auf die physische Gesundheit aus, sondern beeinflussen auch das psychische Wohlbefinden und soziale Netzwerke, verstärken Isolation und mindern die Lebensqualität.

Aus den Ergebnissen wird ersichtlich, dass Informationsmängel, bürokratische Hürden, Diskriminierung und fehlende Unterstützung wesentliche Barrieren darstellen. Die Studie hebt die Notwendigkeit hervor, gesundheitliche Versorgung, Gesundheitsförderung und präventive Strategien gezielt auf die Bedürfnisse und Lebensumstände älterer Frauen auszurichten.

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